Wenn es Negativtalent gibt, dann habe ich genügend davon. Ich habe mit den leicht abgeänderten Massen des letzten Versuchs mit DesignaKnit wieder einen Schnitt gemacht, habe alles mehrmals nachgerechnet und mit Vorlagen verglichten - vergebens. Der Halsausschn
itt ist zu weit, die Rundung an der Schulter am Ärmel ist zu lang geworden und unten ist der Pulli zu weit. Zudem habe ich es wieder mal nicht geschafft, dass die Ärmel gleich lang sind wie der Pullover. Am schlimmsten aber ist, dass mir das Muster nicht gefällt. Die Wolle selber ist eine Sensation. So etwas weiches habe ich noch nie verstrickt und noch nie am Körper getragen. Aber das Muster finde ich scheusslich. Ich werde nur noch uni Wolle kaufen.
Die Erkenntnisse dieses Mal: DesignaKnit kann mir gestohlen bleiben. Künftig halte ich mich an Vorlagen und rechne die um. Ich strickte zum ersten Mal mit Effektwolle. Nach einer kurzen Eingewöhnung war das nicht mal so schwierig. Aber man muss den Kopf schon bei der Sache haben, denn es ist unmöglich, im Strickstück ein Abnehmen zu finden oder sonstwie zu prüfen, ob man jetzt so gestrickt hat, wie man sollte. Das Zusammennähen war erstaunlicherweise problemlos, obwohl man natürlich keine Randmaschen abzählen kann.
Dieses ist übrigens die erste Wolle, die sich bei glatt rechts nicht rollt. Ich habe also keine Bördchen gestrickt. Am Rücken, wo der Pulli sehr weit ist, rollt es sich jetzt trotzdem etwas. Also muss man immer Bördchen stricken, zur Sicherheit.
Weil der vorherige Pullunder etwas knapp geraten ist, habe ich hier mehr Zugaben gemacht. Offenbar habe ich mich wieder mal vertan, denn anstatt 70 cm ist er 76 cm lang geworden. Das Muster ist über das ganze Vorderteil gearbeitet und zieht zusammen. Aber am Körper sieht es toll aus. Ich musste ihn aber definitiv um 6 cm kürzen, was auch nochmals ein schönes Stück Arbeit war. Dafür passt er jetzt.
Die Erkenntnisse dieses Mal sind: Einen festen, schönen Rand erhalte ich, wenn ich die letzte Masche immer rechts, die erste Masche immer links stricke. Beim Abketten habe ich eine neue Technik ausprobiert. Zzwei M rechts verschränkt zusammen stricken, die M wieder auf die linke Nadel heben und wieder mit der nächsten Masche rechts verschränkt zusammen stricken. Das ergibt eine Abkettreihe, die angeblich weniger dehnbar ist.

Die Wolle ergibt ein wunderschönes Strickbild, aber man kann sie nicht mehrmals verstricken, wenn man mal wieder rückwärts stricken muss. Danach ist das Maschenbild zerknautscht. Neue Erkenntnisse sind: die Zunahmen vom unteren Bord bis unter den Arm habe ich im Abstand von 2 M zum Rand gestrickt. So habe ich "Ruhe" beim zusammennähen. Die Abnahmen für den Arm sind mit einer M Abstand zur Randmasche gestrickt, ebenso die Halsschrägung. Die Maschenaufnahme für die Bördchen ist so viel einfacher und gelingt besser. Die Ärmelbördchen sind so gestrickt, dass die mittlere M auf der Schulter eine re M ist. In der 6. Reihe habe ich dann da einen doppelten Überzug gearbeitet mit darüber liegender Mittelmasche (2 M re abheben, 1 Masche rechts stricken, die abgehobenen Masche darüber ziehen). So steht das Bördchen nicht ab. Für die Bördchen am Arm und Ausschnitt habe ich an allen nicht waagerechten Teilen 3 M aus 4 M aufgenommen.
Als ich diesen Pulli im Internet sah, verliebte ich mich unsterblich. Ich kaufte die Anleitung und das Material. Dann bastelte ich mir mit DesignaKnit einen Schnitt. Dabei liess ich bis auf 1 cm am Oberarm und 9 cm am Puls alle Zugaben weg, da der rote Wohlfühlpulli viel zu gross ausgefallen ist. Pech für mich, denn der Oberarm und vor allem das Armloch sind zu eng und irgendwie sitzt das Strickstück auf der Vorderseite seitlich des Ausschnitts an den Schultern oben sehr schlecht. Weil ich trotz vielem Nachfragen in Foren und Studium einiger Anleitungen im Netz nicht verstand, wie ich aus einem gestrickten Schlauch die Rüschen mache, musste ich sie halt häkeln. Sie sind nun etwas steif. Das Material selbst finde ich kratzig. Und da ich den Pulli gestrickt und nicht gehäkelt habe, ist das "Muster" auch nicht so toll geworden wie auf dem Foto der Anleitung. Ich weiss schon jetzt, dass ich den Pulli nicht gerne tragen werde. Aber ich habe bei der Herstellung einiges an Erfahrung dazu gewonnen. Das ist ja auch was.
Dieser Pullunder hat meine Geduld auf eine sehr harte Probe gestellt. Ich musste ihn fünf Mal stricken, weil er nie gepasst hatte. Ich kenne mich mit Massnehmen nicht aus und das Programm DesignaKnit, das mir bei den Berechnungen helfen soll, begreife ich einfach nicht. So habe ich abwechselnd mal diesen, mal jenen Fehler gemacht, in sämtlichen möglichen Kombinationen. Das Muster habe ich selber entworfen. Die Wolle ist extrem weich und kuschelig. Super angenehm zum Verstricken. Aber Achtung: Sie lässt sich nur ein Mal verstricken. Nach dem Aufribbeln ist sie absolut kraus und lässt sich nicht mehr glätten. So ist das Strickwerk jetzt ziemlich unregelmässig. Ich habe die Teile vor dem Zusammennähen von Hand gut eingeweicht und etwas durchgeknetet, das hat etwas geholfen. Aber es ist eine Notlösung. Neue Wolle ist schon bestellt und ich werde diesen Pullunder dann ausmustern.
Vorlage: Eigenkreation
Wolle: Cool Wool, Merino 2000, Lana Grossa, Farbe 412 mittelgrau, Nadeln 2,5 und 3.
Waschen: 30°

Ich bin richtig stolz auf mein Werk, denn es ist mir gelungen. Ok, auch diesmal habe ich einen Fehler gemacht, denn die Ärmel sind zwei Zentimeter zu lang. Ich habe genau nach Anleitung gearbeitet. Nun denn, der Rest passt wie angegossen. Den Kragen konnte ich schön annähen, er fällt auch gut und ich muss ihn deshalb nicht umnähen. Und die Seitennähte sind ebenfalls perfekt geworden. Als Tipp möchte ich aber anregen, im Bereich der Nähte immer glatt rechts zu stricken. Sie sind dann einfacher zu schliessen und fallen dann schön. Meine Nähte sind glatt links, deshalb knicken sie nach innen.
Vorlage: http://www.bergeredefrance.fr
Wolle: Bergère de France, Magic, 50% Schurwolle filzfrei Superwash, 50% Polyacryl, Nadel Nr. 5.
Waschen: 30° und Trockner

Mein erster Pullover nach vielen Jahren. Und oh Wunder, er passt. Er war zwar zu kurz geraten, was ich leider erst nach der Fertigstellung bemerkte (passiert mir nie wieder). So konnte ich gleich mal ausprobieren, wie man einen Pulli verlängert. Normalerweise macht man das oberhalb vom Bördchen. Dazu hätte ich ihn aber wieder auftrennen müssen, das wollte ich dann doch nicht. So strickte ich separat nochmals 10 cm Bord und nähte das dann unten an. Dabei muss man vor dem Zusammennähen die rechten und linken Maschen auf je eine Nadel legen. Dann näht man erst die eine Seite mit Maschenstichen zusammen und dann die andere.
Wolle: Bergère de France, Vibration, 80% Polyacryl, 20% Schurwolle, Nadel Nr. 5.
Waschen: 30° ohne Trockner

Da wir uns beim winterlichen Radtraining immer gefrorene Füsse haben, strickte ich die Fusswärmer, die ich von den Schlittschuhen her kenne. Ich brauchte zwar einige Versuche, aber jetzt passen sie ziemlich gut. Gestrickt von unten her, mit einigen verkürzten Reihen und dann in der Mitte regelmässig Doppelabnehmen. (Drei Maschen zusammen stricken, dabei die Mittlere, die eine Rechte sein muss, über die anderen heben.)
Wolle Bergère de France, Barisienne 2000, Nadel Nr. 3,5, gestrickt im Halbpatent

Restenwolle, Schmuddelwetter und der unbändige Drang zu stricken ergaben diesen Fantasieschal. Das abgeschrägte Ende wird durch das Loch gezogen, so spart man sich den riesigen Knopf und der Schal liegt trotzdem unverrückbar und schön an. Das Loch ist eher etwas zu weit oben. Wie die Stricktechnik heisst, weiss ich nicht. Ich habe den italienischen Anschlag gestrickt. Dann die vier Nadeln, bei denen die linke Masche nur abgehoben und dabei der Faden vor der Masche gelassen wird. Und dann immer weiter mit den abgehobenen linken Maschen. So sehen Vorder- und Rückseite gleich aus. Obwohl man hin und her strickt, ist das Teil eigentlich ein Schlauch. Und man sieht nur rechte Maschen. Das Maschenbild ist sehr schön und gleichmässig. Das Vernähen der Fäden war aber etwas schwierig, die Enden liessen sich nicht so leicht verstecken.
Wolle Bergère de France, Ideal, Nadel Nr. 3

Ich musste einfach stricken, egal was. Und ich wollte mal ein eigenes Muster entwerfen. Bis dieses brauchbar war, hat es gut einen Tag gedauert. Dann habe ich einfach einen Knäuel Garn verstrickt. In die Lochreihen am Rand könnte man noch ein Band einziehen. Und natürlich könnte man noch die passenden Tischsets dazu stricken.
Garn von DMC, Babylo, Grösse 10, Nadel Nr. 2.

Von der Schwedenreise (siehe am Seitenende meine Homepage BikeAway) als Souvenir mitgebracht habe ich einige Knäuel echte, neue Rentierwolle: Superwash SAFIR (Marke Marks & Kattens). Leider ist der Verbrauch enorm - ein Knäuel für eine Socke. So entstand zwangsläufig dieses Restepaar.
