Jan 142013
 

Filzen ist zur Zeit gross in Mode. Ich wollte es auch ausprobieren und kaufte mir einen grossen Vorrat an Testwolle, was an sich schon ein teures Vergnügen ist. Einige Anleitungen kaufte ich ebenfalls und grosse Stricknadeln natürlich. In meiner Fantasie würden schon in kurzer Zeit alle unsere Freunde, Familienmitglieder und wir in selbstgestrickten, gefilzten, wunderschönen Hausschuhen und Puschen herum laufen. Doch so einfach ist das nicht, merkte ich beim Studium der Beschreibungen.

Material

Erst mal die Wolle. Es muss 100 % Wolle sein. Und sie darf nicht behandelt sein, damit man sie in der Waschmaschine waschen kann. Allenfalls Handwäsche ist erlaubt. In der Waschmaschine soll sie ja eben verfilzen. Ich entschied mich für Wash Filz von Pro Lana. Die gibt es in ganz vielen Farben. Empfohlene Nadelstärke 6 – 8, 12 M + 16 R = 10 cm. Der Materialverbrauch ist gross.

Man benötigt unbedingt Nadelspiele, da in der Regel ja eher kleinere Sachen gestrickt werden, Hausschuhe zum Beispiel. Rundstricknadeln mit kurzem Seil sollten ebenfalls bereit liegen wie auch Häkchennadeln. Alle stärken von Nr. 6 an aufwärts.

Strick- und Filzprobe

Es ist unerlässlich, dass man Proben strickt und es wird einige Knäuel Wolle brauchen, bis man das Verhalten der Wolle beim Filzen genau berechnen kann. Man strickt also Musterproben, die mind. 4 M und 4 Reihen grösser sind als 10 cm. Dann zählt man die Maschen und Reihen für 10 cm ab und umrandet diese Maschen mit einem kontrastfarbenen Synthetikfaden. Nach dem Waschen in der Maschine misst man den umrandeten Teil, der jetzt ca. 1/3 kleiner sein sollte.

In den Anleitungen, die ich gefunden habe, wurde immer Waschen bei 40° empfohlen. Ich erhalte das gewünschte Ergebnis erst bei 60°. Es kommt nämlich auch darauf an, wie lange das Maschinenprogramm läuft. Ich lasse nur Kurzprogramme laufen. Die dauern um die 47 Min. Deshalb benötigt meine Filzware eine höhere Temperatur.

Umrechnen

Vor dem Waschen ergeben 15 M -> 10 cm Breite
Nach dem Waschen ergeben diese 15 M nur noch 7 cm Breite

Rechne 10 cm : 7 cm = 1,43
Das Strickstück muss also 1,43 Mal grösser gestrickt werden, damit es nach dem Filzen die gewünschte Grösse hat.

Nehmen wir an, Du brauchst eine fertige Breite von 18 cm
Rechne: 18 x 1,43 = 25,74 cm, so breit also musst Du stricken. Wieviele Maschen sind das?

Dreisatz:
10 cm = 15 M
1 cm = 1,5 M
25,74 cm Breite = 25,74 x 1,5 = 38,61 M

Die Höhe rechnet sich gleich. Mein Strickstück ist in der Höhe viel mehr eingegangen als in der Breite.

Verarbeiten

Zum Vernähen der Fäden benötigt man eine Wollnadel mit grossem Nadelöhr und es ist darauf zu achten, dass man möglichst flach vernäht. Sehen tut man nach dem Filzen nichts mehr, aber allenfalls spürt man eine Verdickung. Darauf achten, dass auch der vernähte Faden schrumpfen kann.

Farbwechsel sind überhaupt kein Problem. Ob die Fäden verkreuzt und über einige wenige Maschen gespannt werden dürfen oder ob man besser jede Farbe immer neu ansetzt und nachher die Fäden flach vernäht, muss ich erst noch testen und heraus finden.

Trocknen lassen

Auch dieser Phase muss man seine Aufmerksamkeit schenken. Das Kunstwerk muss stark in Form gezogen werden. Hilfsmittel wie elastische Gummis, um die Arbeit in eine gewünschte Form zu bringen, z.B. eine Schachtel, hinterlassen schnell Abdrücke.

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